Fundamente der nach dem Heiligen Apostel Bartholomäus benannten Kapelle

Architekt Johann Wilhelm Edel

Neben dem Jungfrauenturm befand sich das Gebäude der ehemaligen Moschee, die auf den Fundamenten eines alten Tempels der Feueranbeter errichtet wurde. Nach der Einnahme der Stadt Baku und ihrem Anschluss an das Russische Reich wurde das Gebäude der alten Moschee an die russische Militärabteilung übergeben. Sie bauten das Gebäude zu einer Gefängniszelle um, in der wegen Leibeigenschaft verbannte Kriminelle festgehalten wurden. Das Gebäude diente damals als Militärlager.

Im Jahr 1818 wurde das Gebäude zur ersten orthodoxen Kirche in Baku umgebaut – dem Heiligen Wundertäter Nikolaus.

Einige Jahre später, nach dem Bau einer weiteren neuen orthodoxen Kirche in der Stadt, stellte sich die Frage, die alte Kirche in der Nähe des Jungfrauenturms wieder in eine Moschee umzuwandeln. In den 1870er Jahren befand sich das Gebäude in einem sehr schlechten baulichen Zustand und zerstörte sich selbst.

Deshalb wurde der deutsche Architekt John Wilhelm Edel (1863 - 14.02.1932) im Jahr 1891 beauftragt, eine Steinkapelle des Heiligen Apostels Bartholomäus in der Nähe des Jungfrauenturms zu entwerfen und zu bauen, an der Stelle, an der sich die erste orthodoxe Kirche in Baku befand und zuvor eine Moschee war.

Die mit privaten Spenden errichtete Kapelle wurde 1892 geweiht und nach dem Heiligen Apostel Bartholomäus, einem der Jünger Jesu Christi, benannt.

Die Kapelle war eine kleine schöne Kirche im russischen Stil, auf deren Kuppel ein verspiegeltes Kreuz errichtet war.

Leider wurde die Kapelle nach dem Sturz der Demokratischen Republik Aserbaidschan im Jahr 1920 und der Errichtung einer kommunistischen Diktatur im Land im Jahr 1930 geschlossen. Viele Jahre lang stand es leer, bis es 1936 endgültig einstürzte und nur noch das Fundament übrig blieb.