Das luxuriöse Herrenhaus von Shamsi Asadullayev (1840 - 21.04.1913) liegt im grünen und schattigen Bereich des Zentrums von Baku, an der Kreuzung der Straßen Gogol, Tolstoi (ehemalige Gimnasicheskaya-Straße) und Azi Aslanov (ehemalige Karantinnaya-Straße). Der Hauptstadtpalast des „Königs des Öls und Kerosins“, wie der Baku-Millionär Shamsi Asadullayev genannt wurde, wurde 1896 nach dem Projekt des deutschen Architekten John Wilhelm Edel (1863 – 14.02.1932) erbaut und wandte sich mit seinen monumentalen Fassaden allen drei antiken Straßen der Stadt zu.
Luxuriöse Wohnungen, reiche Innenräume mit Wandgemälden in den Vorderräumen bestimmen die Bedeutung dieses in klassischen Formen erbauten Gebäudes, das von voluminöser Plastizität durchdrungen ist, der Rhythmus der Fensteröffnungen vor dem Hintergrund der tiefen Rustikierung der Böden und eine Fülle von Balkonen mit großen Steinkonsolen.
Shamsi Asadullayev war auch ein bedeutender Hausbesitzer in Baku. Der Palast in der Gogol-Straße war sein Hauptwohn- und Arbeitsort – hier befand sich sein Hauptbüro. Der Ölmann hatte auch Häuser in den heutigen Straßen, die nach Rashid Behbudov und Dilara Aliyeva benannt sind, sowie prächtige Sommerhäuser in Mardakan und Shuvelyan. Er baute auch auf eigene Kosten eine wunderschöne Moschee im Dorf Amirajan, die später, zu Sowjetzeiten, leider barbarisch abgerissen wurde. Er besaß auch viele Immobilien in Russland.
Interessanterweise hatte Shamsi Asadullayev zu Beginn des Baus eines neuen Gebäudes seinen eigenen besonderen und interessanten Brauch. Bevor er den Grundstein legte, versammelte er alle Mitglieder seiner Familie um einen runden Tisch. In seiner Mitte befand sich ein großer Krug voller Goldmünzen im Wert von 10 Rubel mit dem Bild des Königs oder der Kaiserlichen im Wert von 25 Rubel. Jedes Familienmitglied steckte seine Hand in den Krug und schöpfte die Münzen heraus, die in eine Handvoll passten. Dann sollte man diese Münzen in das Fundament eines neuen Hauses werfen und so weiter bis zum Familienoberhaupt.
Vor dem Haupteingang des Hauses, auf der Schwelle, wurde mit Marmor das lateinische „Salve“ ausgelegt, das in direkter Übersetzung eine Begrüßung bedeutete und später eine andere Bedeutung erhielt – ein Talisman und das Wohlergehen, Glück, Reichtum und Gesundheit aller Haushaltsmitglieder im Haus bewahren sollte.
Ich frage mich, wie viele Münzen im Fundament dieses Gebäudes vergraben sind, wir werden es wahrscheinlich nie erfahren. Schließlich nimmt es einen wichtigen Platz im städtebaulichen System des historischen Zentrums von Baku ein, ist ein architektonisches Denkmal und steht unter staatlichem Schutz.